Was ist Handball?

Handball ist ein Sport, der in den letzten zwanzig Jahren zunehmend die Massen begeistert. In manchen Städten pilgern Hunderte von Fans zu jedem Spiel “ihrer” Mannschaft. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass der Handball dem Fußball im Rang fast gleichbedeutend geworden ist. Handball kann sowohl Indoor – also in der Halle – als auch Outdoor gespielt werden. Draußen kennt man den Feldhandball und den Beach-Handball, der sich als Gegenstück zum Beach Volleyball zunehmender Beliebtheit erfreut. Mehrere Damen- und Herrenmannschaften spielen erfolgreich Handball in der Bundesliga. Zu Wettkämpfen findet sich regelmäßig ein begeistertes Publikum ein, das Stimmung macht und die Mannschaften anfeuert.

Bei dieser temporeichen Sportart stehen sich jeweils zwei Mannschaften aus je sechs Spielern plus einem Torwart gegenüber. Bis zu sieben Auswechselspieler sitzen auf der Reservebank. Man kann Handball-Spieler beliebig oft auswechseln, ohne dies vorher anmelden zu müssen wie beim Fußball. Das spielerische Ziel ist es, den Handball unter Einhaltung bestimmter Regeln möglichst häufig in das gegnerische Tor zu bringen. Die Spielzeit von zweimal 30 Minuten limitiert die Möglichkeiten des Tore werfens und zwingt zum Tempo. Handball-Jugendmannschaften spielen sogar noch kürzer. Das Spielfeld ist ein Rechteck von 40 x 20 Metern, das eine Mittellinie in zwei Felder unterteilt. Die zwei mal drei Meter hohen und breiten Tore mit den Torräumen liegen jeweils an der Schmalseite des Feldes und sind fest verankert, um Unfälle zu vermeiden. Das Tornetz muss alle Bälle sicher im Tor halten. Als Spielfeld gilt alles, was nicht Torraum ist. Der Torraum darf seitens der Spieler grundsätzlich nicht betreten werden. Das begünstigt trick- und temporeiche Wurftechniken, die direkt vor dem Torraum ausgeübt werden. Dabei steigen die Spieler gerne hoch und werfen dann aus kurzer Distanz. Erst nach dem Abwurf dürfen die Füße den Boden im Torraum berühren. Betritt man den Torraum, obwohl man keinen Ballbesitz hat – beispielsweise weil man sich als Anspielmöglichkeit zur Verfügung halten will – verliert die eigene Mannschaft sofort den Ball. Mit einem Abwurf übernimmt die gegnerische Mannschaft nun den Spielfluss. Abwehrspieler jedoch, die in den Torraum treten, um eine bessere Abwehrposition zu erlangen, werden nicht unbedingt bestraft.

Trifft der Ball direkt eine Linie, zählt diese zum Spielfeld. Im Laufe des Handballspiels können – ähnlich wie beim Fußball – bestimmte Spieler ausgewechselt werden. Dazu gibt es an beiden Längsseiten der Spielfläche einen Auswechselraum. Als Wurfgeschoss werden mit Luft gefüllte Kunststoff- oder Lederbälle in drei Größen genutzt. Einmal pro Halbzeit hat jede Mannschaft die Möglichkeit zu einem Time-Out – allerdings nur, wenn sie gerade im Ballbesitz ist. Man nutzt diese kleine Atempause zur stragetischen Neuausrichtung, gelegentlich aber auch, um den Gegner aus dem Fluss zu bringen. Schiedsrichter können jederzeit einen Time-Out anordnen. Zwei Schiedsrichter wechseln sich als Feld- und Torschiedsrichter ab. Obwohl der Begriff “Handball” darauf hinzuweisen scheint, dass weitgehend mit der Hand gespielt wird, darf der Ball alle Körperteile ab dem Knie aufwärts berühren. Insbesondere der Torwart darf den gesamten Körper zur Abwehr von Attacken auf seinen Torraum einsetzen. Als Balltechniken sind das Dribbeln und das Fangen zu nennen. Außerdem unterscheidet man die verwendeten Wurftechniken im Handball in Schlagwurf bzw. aus dem Stand geworfenen Ball, Sprungwurf und Fallwurf. Der Fallwurf kann frontal aus einem Sprung heraus oder aus einer Drehbewegung gespielt werden, während der Spieler bereits zu Boden geht. Durch den so entstehenden Wurfwinkel sind solche Bälle besonders gefährlich. Beliebt sind auch Trickwürfe wie sich drehende Bälle mit Drall, geschlenzte Bälle, Abknickwürfe, Hüftwürfe oder der riskante Kempa-Trick, bei dem ein im Sprung befindlicher Spieler angespielt wird und vor dem Bodenkontakt auf’s Tor werfen muss.

Im Laufen darf ein Spieler den Ball nur drei Schritte und drei Sekunden lang festhalten, es sei denn er dribbelt den Ball und gibt ihn dann ab. Um den Ballbesitz zu behalten, läuft mancher Spieler drei Schritte, dribbelt dann gegebenenfalls und macht drei weitere Schritte. Die gegnerische Mannschaft erhält nach einer solchen Aktion den Ball und einen Freiwurf. Schrittfehler und Regelverletzungen bringen das hin und her wogende Spiel immer wieder aus dem Rhythmus. Genau das macht den Spielverlauf aber so spannend! Das Publikum verfolgt die gewagten Würfe und schnellen Konter bei besonders spannenden Spielen fast atemlos. Handball ist ein sehr körperbetontes Spiel mit viel Action. Fouls und unzulässige Umklammerungen des Gegners werden mit Verwarnungen, Zeitstrafen oder Disqualifikation geahndet.

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